Für eine gerechte Erinnerungskultur: Max Braun verdient eine würdige Gedenkstätte

Die Debatte über den Umgang mit Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus ist längst überfällig. Wir als SPD St. Johann begrüßen, dass durch den Antrag der Fraktion bunt.Saarland für Alle diese Diskussion erneut angestoßen wurde. Denn Erinnerungskultur bedeutet mehr als nur das Bewahren von Namen – sie ist ein aktiver Prozess, der dazu beiträgt, unsere Geschichte und die Werte von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit lebendig zu halten.

Straßennamen mit Bedeutung – aber mit welcher?

Die Fraktion bunt.Saarland für Alle schlägt vor, die Großherzog-Friedrich-Straße in Willi-Graf-Straße und den Landwehrplatz in Willi-Graf-Platz umzubenennen. Ohne Frage: Willi Graf war ein herausragender Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Sein Mut und seine Entschlossenheit verdienen höchste Anerkennung. Doch in Saarbrücken gibt es bereits mehrere Orte, die an ihn erinnern – darunter die Willi-Graf-Schule, das Willi-Graf-Ufer und sein Ehrengrab auf dem St. Johanner Friedhof.

Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an einen anderen großen Widerstandskämpfer aus dem Saarland weitgehend unsichtbar: Max Braun.

Max Braun: Antifaschist, Europäer, Kämpfer für Demokratie

Max Braun war nicht nur ein führender sozialdemokratischer Widerstandskämpfer, sondern vor allem ein entschiedener Antifaschist und überzeugter Europäer. Er war eine der treibenden Kräfte im Kampf gegen die Rückgliederung des Saarlandes nach Nazideutschland. Als Gegner Hitlers wurde er verfolgt und floh nach Frankreich, wo er seinen Widerstand fortsetzte – bis er schließlich für seine Überzeugungen mit dem Leben bezahlte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die heutige Großherzog-Friedrich-Straße in Max-Braun-Straße umbenannt, um sein Vermächtnis zu würdigen. Doch in den 1950er Jahren wurde diese Entscheidung aus politischen Motiven wieder rückgängig gemacht – ein bewusster Akt, um die Erinnerung an den sozialdemokratischen Widerstand aus dem Stadtbild zu verbannen.

Diese historische Fehlentscheidung darf nicht bestehen bleiben!

Unsere Forderung: Eine sichtbare Ehrung für Max Braun

Wir setzen uns dafür ein, dass die Großherzog-Friedrich-Straße wieder den Namen Max-Braun-Straße erhält. Damit würde endlich wieder sichtbar, wofür er stand: Antifaschismus, Demokratie und die europäische Idee.

Darüber hinaus fordern wir, dass der Landwehrplatz in „Max-Braun-Platz“ umbenannt wird. Zwar gibt es bereits einen kleinen, unbefestigten Bereich mit diesem Namen, doch Max Braun verdient eine zentrale Gedenkstätte in unserer Stadt.

Erinnerung bewahren, Geschichte sichtbar machen

Straßennamen sind mehr als Schilder – sie sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses. Sie zeigen, wen und was wir als Gesellschaft erinnern wollen. Wir dürfen nicht zulassen, dass demokratische und antifaschistische Widerstandskämpfer erneut aus dem Stadtbild verschwinden.

Deshalb bleibt die SPD St. Johann bei ihrer Haltung:

  • Die Max-Braun-Straße muss zurückkehren.
  • Der Landwehrplatz soll zu einer würdigen Gedenkstätte für Max Braun werden.
  • Erinnerungskultur muss gerecht und vielfältig sein.

Lasst uns gemeinsam für eine Erinnerungskultur eintreten, die alle Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer würdigt – und die Lehren aus unserer Geschichte lebendig hält!